Kilimanjaro – Steckbrief des höchsten Bergs in Afrikas

 

Zusammengestellt von Mario Cometti aus diversen Quellen (v.a. Internet)

 

The Marangu Route

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lage in Afrika:                      Ostafrika, Tanzania, an der Grenze zu Kenia

Geogr.-Breite :                     2° 50" 30' Süd

Geogr.-Länge :                     37° 00" 35' Ost

 

Andere Namen

Kilimandscharo
Kilimandjaro
Kilima Dscharo (glänzender Berg)
Kilima Njaro (Swahili)
Oloinyo Oibor (Masai) (weisser Berg)

 

Bergmassiv-Typ Vulkanstock mit drei Hauptausbruchstellen (Kibo, Mawenzi, Shira) und ca. 250 Nebenkrater.

Der Kilimanjaro besteht eigentlich aus drei Kegeln oder ehemalige Vulkane: Der höchste und auch jüngste Kegel dieses Vulkans wird Kibo genannt. Shira zum Westen und der Mawenzi im Osten sind ältere Kegel.

 

Vulkan-Stati

Shira - "Erloschen"
Mawenzi - "Erloschen"
Kibo - "Schlafend"
Der Kibo 'atmet' noch, es werden teilweise immer noch Schwefelgase und Wasserdampf ausgestossen

 

Vulkan-Alter :                        ca. 2 - 3 Mio. Jahre

Größter Ausbruch :              vor ca. 360’000 Jahren

Letzter Ausbruch :               vor ca. 400 Jahren

 

Gipfel-Höhen :                      Kibo – 5'892 m
Mawenzi – 5'149 m
Shira – 3'962 m
über mittlerer Meereshöhe

 

Erstbesteigung :                  1889 (Kibo) durch Dr. Hans Meyer (D) und Ludwig Purtscheller (A)

 

Gipfelbereich :                     ab 1’800 m Nationalpark, Kilimanjaro-Nationalpark, eröffent im Jahre 1977, (Weltnaturerbe)

 

Die riesige, alleinstehende Erhebung des Mt.Kilimanjaro beherrscht die Topographie des nord-östlichen Tanzania in unmittelbarer Äquatornähe. Der Kilimanjaro (Kibo, Kili) ist einer der mächtigsten Vulkane der Erde, er sit der höchste Berg Afrikas und einer der grössten freistehenden Berge der Welt. Sein Hauptgipfel „Uhuru Peak“ wird in älteren Büchern und Karten mit 5’895 m angegeben. Neuste GPS-Vermessungen ergaben aber die exakte Höhe von 5’891,77 m ü.M..

Der Kibo ist ein typischer Vulkanberg mit einem Kraterdurchmesser von 2,5 km auf einer Grundfläche von ca. 100 km Länge und 65 km Breite. Der aus drei Einzelvulkanen bestehende Bergkomplex ist Teil einer Ost-West Kette von rund 20 Vulkanen, die am südlichen Ende des ostafrikanischen Grabens beginnt. Zu diesem alten Vulkangürtel gehört u.A der wegen seiner reichen Tierwelt bekante Ngorongoro-Krater. 

 

Der Kilimanjaro ist ein Kind des weltumspannenden Grabensystems (World rift system). Der Ostafrikanische Graben veränderte übereinen langen Zeitraum seine Form und erreichte seine heutige Formation vor ca. 2 Mio Jahren. Dort wo heute der Kibo steht, befand sich eine sanfte, ebenerdige Fläche. Verschiebungen der

Erdplatten erlaubten geschmolzenes Gestein (Magma) aus dem Erdinneren an die Oberfläche zu gelangen. Drei Vulkane (Shira, Mawenzi und Kibo) bauten sich auf und bildeten ein enormes Bergmassiv. Die Vulkane stellten in der genannten Reihenfolge ihre Aktivität ein. Nach dem Erlöschen des Mawenzi brach der Kibo noch ca.

neunmal aus, wobei die folgenreichsten Eruptionen vor ca. 360’000 Jahren erfolgten. Der letzte Ausbruch ereignete sich nach Legenden der Chagga vor ca. 200-400 Jahren. Parallel zu den letzten Eruptionen veränderten Erosion, Erdrutsche, teilweise auch große, sowie Eis und Wasser seine Form bis heute.

Auch die Schneegrenze änderte sich im Laufe der Zeit und es scheint, als setzen Witterungs und Umwelteinflüsse den Abbau der Gletscher fort und sie würden ganz verschwinden

 

Am Kilimanjaro werden - je nach Quelle - fünf bis sechs ökologisch-klimatische Höhenzonen unterschieden. Nachstehend die Variante mit sechs Höhenzonen:

 

Bis ca. 1’000m                                   Zone 1, Buschlandzone

Ab ca. 1’000 bis ca. 1’800m              Zone 2, Kulturlandzone

Ab ca. 1’800 bis ca. 3’000m              Zone 3, Regenwaldzone

Ab ca. 3’000 bis ca. 4’000m              Zone 4, Heide- und Moorlandzone

Ab ca. 4’000 bis ca. 5’000m              Zone 5, Steinwüste

Ab ca. 5’000 bis Gipfel                       Zone 6, Krater- o. Gipfelzone

 

 

Etwas zur Geschichte des Kibo’s:

Der Kilimandscharo erhebt sich an der Grenze zwischen Tansania und Kenia, südlich des Äquators. Im Westen erstreckt sich als gigantischer Riss in der Erdkruste, das Rift Valley. Geschaffen von ungeheueren tektonischen Kräften, gebar es eine Kette von Vulkanen. Einer von ihnen, der Mount Kenia, war ursprünglich noch viel höher als der Kilimandscharo.

Die drei Gipfel des Kili, der Shira, Kibo and Mwenzi, sind alle relativ jung. Am Shira (3’962m) und Mwenzi (5’149m) hat die Erosion bisher am stärksten gezehrt. Von ihnen blieben nur zerklüftete Bergspitzen übrig. Der zentrale Kibo, der höchste und jüngste der Gipfel, hat dagegen die Gestalt eines beinahe perfekten Kegels bewahrt.

Anthropologen lokalisieren in Ostafrika, insbesondere aber in der nahe gelegenen Olduvai-Schlucht, die Wiege der Menschheit. Doch ist es unwahrscheinlich, das sich unsere ältesten Ahnen zu den steilen und kalten Bergh¨ngen des Kilimandscharo hingezogen gefühlt hatten - zu einer Zeit, als der Berg vermutlich noch aktiv und gefährlich war. Eine Legende der Wachagga berichtet, dass Mwenzi von seinem jüngeren Bruder einmal Feuer für seine Pfeife erhalten hatte. Die Wachagga leben wahrscheinlich erst seit 300 Jahren auf der fruchtbaren Erde rund um den Sockel des Vulkans. Ihre Legende lässt also auf eine Aktivität des Berges noch in jüngster (erdgeschichtlicher) Vergangenheit schliessen. Eine andere Sage erzählt von Dämonen und bösen Geistern auf dem Berg, Hütern unmenschlicher Schätze. Und dann ist da die Geschichte von dem König, der den Aufstieg zum Gipfel versuchte. Von seinem Gefolge kehrten nur Wenige wieder zurück und die Überlebenden waren versehrt an Armen und Beinen. Arabische wie cinesische Kaufleute und Historiker hatten bereits einen gigantischen Berg im Innern des Landes, hinter Mombasa und Sansibar, erwähnt. Doch lange Zeit wagten sich nur wenige Händler dort hin. Sklavenhändler zogen unter den Vulkanen vorbei und überfielen die Wachagga-Dörfer, aber erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts beschäftigte man sich eingehender mit dem Berg und versuchte seine Höhe zu messen.

1848 erblickte der deutsche Missionar Johann Rebmann bei einer seiner Reisen über die Tsavo-Ebene den Kilimandscharo. Sein Führer erzählte ihm von der grossen Kälte dort oben und wie einmal eine Gruppe von Trägern hinaufgeschickt worden sei, um Silber und andere Schätze vom Gipfel zu bringen - und wie sie mit nichts als Wasser zurückgekehrt seien.. Was Rebmann davon in der Heimat zu Protokoll gab, weckte grosses Interesse in Deutschland. Mehrere Expeditionen machten sich in den folgenden Jahren auf den Weg. Die erste geführt von Baron von Decken, eine spätere unter Leitung von Dr. Hans Meyer, der schliesslich zusammen mit dem österreichischen Bergsteiger Ludwig Purtscheller am 5. Oktober 1889 den höchsten Punkt erreichte. Heute zieht der höchste Berg Afrikas Jahr für Jahr Tausende von Bergwanderen und Trekkern an. Am 1. Januar 2000 standen mehr als 1000 Menschen auf dem Gipfel, um die Sonne über dem neuen Millenium aufgehen zu sehen.  (Andrew Wielochowski (Berge Nr 1 / 2002 - Aus dem Englischen von Alex Klemmer.))

 

11.05.1846

Der Missionar Rebmann sah als erster Europäer den Kibo.

1871

Charles New (Engländer) erreichte die Firngrenze und wurde 1873 bei einem erneuten Besteigungsversuch von den Einheimischen erschlagen.

29.11.1862

Carl Claus von der Decken und Otto Kersten kamen bis auf 4316m.

06.10.1889

Prof. hans Meyer (deutscher Geograph) und Ludwi Purscheller (österreichischer Bergführer) erreichten den Hauptgipfel – die Erstbesteigung war also geglückt. Die beiden benannten den Gipfel Kaiser-Wilhelm- Spitze. Dieser Name wurde 1961 nach der Unabhängigkeit in den heutigen Namen Uhuru Peak umgetauft.

1912

Erstbesteigung des Mawenzi 5148m durch Eduard Oehler und Fritz Kluten.

17.07.1927

R. Reusch erstieg den nach ihm benannten inneren krater und entdeckte die Aschengrube (Ash Pit).

31.07.1927

Sheila . Mac Donalds, die erste weibliche Bezwingerin.

1932

Die erste Kibohütte wurde errichtet. Es folgten in den kommenden Jahren die Mandara- und Horombohütten als Entwicklungsprojekt der Norweger. 

31.08.1978

Reinhold Mesner und Konrad Renzler begingen die bisher schwierigste Route an der Breach Wall über die Eiskaskaden zum Diamond Gletscher. 

08.02.1980

Rudolf Jauk stieg von Himo (850m) zum Uhuru Peak (5896m), das ist Weltrekord. 5045m Höhenmeter und 52km weit an einem Tag (24 Stunden). 

1989

Zur 100 Jahrfeier der Erstbesteigung wurde der Kilimanjaro von der UNESCO zum Welt-Naturerbe ernannt und der Nationalpark mit seinen drei Gipfeln (Kibo, Mawenzi, Shira) unter besonderen Schutz gestellt. 

1993

Alle Abenteuersportarten, welche bis dahin frei ausgeübt werden konten, wurden verboten: Delta, Gleitschirm, Mountain Bike, Motorrad usw.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kilimanjaro Route Map

 

 

 VerzeichniscDiagramm Marangu